Über Bluefield

Bluefield® ist ein technisches System, bei dem mehrere Schwimmelemente in Kombination miteinander eine wandlungsfähige Grundfläche bilden. Die Schwimmelemente sind dabei u.a. modular, mobil, kombinierbar und können bei Bedarf an Gewässerböden fixiert werden. Dieses Flächen-System ist optimal mit modernen Architekturdesigns, Gebäudekonzepten und anderen Aufbauten kombinierbar. Mit Bluefield werden multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten von natürlichen und künstlich angelegten Gewässern erschlossen.

„One must be sane to think clearly,
but one can think deeply and be quite insane.“

Nikola Tesla

Patent- und Markeninformation

Für Bluefield wurden Patentanmeldungen durchgeführt. Die wichtigsten Patentansprüche sind laut PCT-Recherchebericht schützbar. Des Weiteren wurden terrestrische bzw. landgebundene Flächen-Systeme entwickelt, die viele Vorteile von Bluefield beinhalten, dabei aber kostengünstiger sind. Für diese Systeme wurden ebenfalls Patentanmeldungen durchgeführt.
Bluefield® ist eine eingetragene Marke.

Sprechen Sie uns zu den terrestrischen und maritimen Systemen gerne an. Projektanfragen sind ebenfalls erwünscht. Diese können von unseren Partnern bestmöglich bedient werden. Dabei bitten wir Sie darum, die hier aufgeführten Zeilen, welche sich auf diverse Konzepte und deren Hintergründe beziehen, von dem zu unterscheiden, was heute möglich und notwendig ist. Wir sind Realisten.

Unsere Kernkompetenzen sind:

  • Greenfield- und Brownfield-Fabrikplanung (d.h. Planung und Bau, Umplanung und Umbau mit oder ohne Erweiterung bestehender Fabrikstrukturen, Rückbau oder Sanierung von Fabriken oder Fabrikflächen, die bspw. für eine Umnutzung vorbereitet werden)
  • Produktionsoptimierung (d.h. Schlanke Produktion bzw. Lean Production)
  • Produktentwicklung und Produktion (u.a. Metall- und Kunststoffbearbeitung)
  • fachkundiges Projektmanagement

Promotion

Die technische Realisierbarkeit der verschiedenen Flächen-Systeme wurde durch vielfältige Untersuchungen und Experimente bestätigt. Auch wurden mehrere Abschluss- und Studienarbeiten zu diesen Systemen erstellt. Momentan werden die Potenziale der verschiedenen Flächen-Systeme im Rahmen einer Promotion in England untersucht. Die Systeme werden von Vejn Sredic auf ihre Eigenschaften und Potenziale hin untersucht. Die Dissertation soll als Grundwerk für weiterführende wissenschaftliche Arbeiten dienen, wird aber auch Ergebnisse liefern, die für heutige Fabriken relevant sind.

Nutzungsmöglichkeiten

Bluefield bietet eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten. Die Nutzung von Schwimmelementen als Basis zur Energieumwandlung erfolgt bereits. Es ist möglich Windenergieparks und Solaranlagen auf den Schwimmelementen zu platzieren. Dies ist auch großflächig durchführbar. Gezeitenströmungsanlagen können zusätzlich unter den Schwimmelementen positioniert werden. Diverse Antriebssysteme sind darüber hinaus mit dem System kombinierbar und ermöglichen so eine autonome sowie autarke  Mobilität großer Strukturen. Die Abhängigkeit zur landgebundenen Transport-Infrastruktur wird durch das Konzept aufgelöst. Straßenbreiten und Hindernisse stellen dabei keine Nachteile in Bezug auf Transporte großer Strukturen mehr dar. Folglich wird die Größenlimitierung von bspw. Windenergieanlagen mit dem System weiter aufgelöst, da eine Produktion dieser Anlagen in Gewässernähe verbessert und auf Gewässern ermöglicht wird. Dabei ist es denkbar, die Anlagen direkt auf den Schwimmelementen herzustellen bzw. zu montieren. Zudem wurden verbesserte Möglichkeiten der Rohstoffexploration und -verarbeitung mittels Bluefield nachgewiesen. Kombinationen verschiedener Nutzungsmöglichkeiten können hierbei in vielerlei Hinsicht vorteilhaft sein und Synergien hervorrufen.

Langfristig gesehen bietet Bluefield die Möglichkeit bei Notfallsituationen großflächig Hilfe zu leisten, ohne auf eine vorhandene oder gar zerstörte Infrastruktur angewiesen zu sein. So ist es bei Katastrophen möglich einen Plattformverbund zur Unglücksstelle zu steuern, um mit diesem und mit darauf aufgebauten Einrichtungen erste und weitere Hilfe zu leisten. Ebenso ist es möglich schwimmende Siedlungen und Produktionsstätten im Falle von Tsunamis vom Festland zu entkoppelt und auf das offene Meer zu bewegen. Frühwarnsysteme müssen hierbei natürlich weiterentwickelt werden.

Des Weiteren können Serviceleistungen an maritimen Konstruktionen und Schiffen durchgeführt werden. Viele weitere Nutzungsmöglichkeiten sind darüber hinaus denkbar.

Wasseroberflächen als weiteren und erweiterbaren Raum für Menschen, Tiere und Pflanzen nutzbar zu machen ist ein Ziel, dass verschiedene Unternehmen und Institutionen bereits aktiv verfolgen. Dieser Raum kann als Lebens- und Arbeitsraum genutzt werden, auch im Sinne moderner Produktionsstätten.

Das maritime Fabrikkonzept Bluefield Plug & Produce stellt den Idealfall im Sinne der „Schlanken Produktion“ dar. Es ermöglicht einen Produktionsfluss nach dem Fischgrät-Prinzip, bei dem sämtliche Teilnehmer eines Produktionsnetzwerkes zusammengeführt werden können. Das ist deshalb möglich, weil auf Gewässern große Nutzflächen erstellt werden können. Ein One-Piece-Flow ist dadurch unternehmensübergreifend ausführbar. Eine schlankere Produktion an Land oder auf dem Wasser darzustellen ist nicht möglich. Verschwendungen wie Transporte, Doppelhandling, Verpacken und Entpacken entfallen nahezu vollständig. Darüber hinaus können Synergien genutzt und die Umwelt entlastet werden. Zudem ist das Konzept äußerst wandlungsfähig. Vergleichbare terrestrische Fabrikkonzepte beinhalten viele Vorteile des maritimen Fabrikkonzepts, erreichen dieses jedoch nicht in vollem Umfang.

Hintergründe und kritische Fragestellungen

Obwohl die technische Machbarkeit längst bestätigt wurde, ist es selbstredend, dass sich gewisse Restriktionen ändern müssen, damit das maritime Idealkonzept Bluefield Plug & Produce in vollem Umfang nutzbar ist. Dazu gehören u.a. politische, rechtliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte, die eine langfristige Denkweise verhindern. Beispielsweise verhindern heute vorherrschende wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Gesellschafts- und Unternehmensformen häufig eine langfristige Denkweise und fördern egoistische Verhaltensweisen. So kann im Falle diverser Kapitalgesellschaften die Ausschüttung von Dividenden einem gesunden und nachhaltigen Unternehmenswachstum vorgezogen werden. Wichtige Investitionen bleiben hierbei aus. Darüber hinaus wird von Partnerschaften zwischen Originalausrüstungsherstellern und Zulieferern gesprochen. Hierbei ist anzumerken, dass auch auf Unternehmensebene bzw. zwischen Unternehmen diverse Egoismen herrschen. So wird häufig ein (Preis-)Druck auf schwächere Glieder der Wertschöpfungskette ausgeübt, wobei identifizierte Einsparpotenziale im Regelfall nicht weitergegeben werden. Unternehmensziele stehen im Vordergrund und nicht ein unternehmensübergreifender Gesamtnutzen. Das Erreichen von Unternehmenszielen wirkt stellenweise sogar gegen einen Gesamtnutzen.

Dieses Gesamtkonstrukt wird nur von wenigen Personen hinterfragt, obwohl viele Sachverhalte dafür sprechen, dass es einer Überarbeitung bedarf. Die Frage stellt sich, ob ein ganzheitliches und durchgängiges Denkmuster mit Fokus auf einen unternehmensübergreifenden Gesamtnutzen aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen und Strukturen überhaupt möglich ist. Kooperationen und andere Zusammenarbeitsmodelle zwischen Unternehmen beherbergen diesbezüglich enorme Potenziale. Einige Optimierungsprojekte führen zwar auch in Bezug auf Schnittstellen zwischen Unternehmen zu spürbaren Verbesserungen, können dabei jedoch nur vor dem beschriebenen Hintergrund durchgeführt werden. Diese Projekte finden stets innerhalb der heute vorherrschenden Rahmenbedingungen statt und haben daher ihre Grenzen. Diese Rahmenbedingungen müssen aufgelöst und neu erarbeitet werden. Viele Unternehmen bestehen bereits seit über 100 Jahren. Einige der heutigen Gesellschaftsformen sind weitaus älter. Daher ist die Frage berechtigt, ob eine Revolutionierung heutiger Gesellschaftsformen, Vergütungssysteme und Fabriksysteme mit Fokus auf den angesprochenen Gesamtnutzen nicht längst überfällig ist. In diesem Zusammenhang sollte auch die Wirtschaftsform  bzw. -ordnung des Kapitalismus zumindest hinterfragt werden. Das ist natürlich ein äußerst komplexes Unterfangen, allerdings sind bereits Theorien entwickelt worden, welche aufzeigen, wie die Einstellungen des Kapitalismus bzw. der Geldpolitik angepasst werden müssen, damit eine langfristige Denkweise ermöglicht werden kann. Dass diesen Theorien Vieles entgegensteht, ist selbstredend. Es bestehen jedoch auch Theorien, welche eine langfristige Denkweise trotz diverser Hindernisse ermöglichen können und das jetzige System von seiner Kurzfristigkeit befreien und somit heilen können.

Es ist Zeit für eine unternehmensübergreifende Sinnhaftigkeit, langfristige Denkweisen und ein Umdenken, bei dem die Vergütung der individuellen Arbeitsleistung vor dem Hintergrund des Gesamtnutzens im Vordergrund steht. Hierzu ist u.a. die Erarbeitung von sogenannten “Unternehmens- und Wertschöpfungspartnerschaften” (Corporate Partnering Concepts) nötig. Bluefield Plug & Produce begünstigt solche Partnerschaften.

Dabei ist das Fabrikkonzept Bluefield Plug & Produce sicher nicht aufgrund von  im Vergleich zu heutigen Fabrikkonzepten  höheren Erstinvestitionen  verwerfbar. Der gegenteilige Fall ist anzunehmen. Die Vorteile im Hinblick auf eine schnellere Fabrikrealisierung, bessere Schlanke Produktion, Wandlungsfähigkeit und Synergienutzung sprechen für das Konzept. Ein umfassender Business Case ist aufgrund der Komplexität nicht durchführbar. Allein Logistikkosten und auf Transporte zurückzuführende Auswirkungen auf die Umwelt sind kaum greifbar, geschweige denn in ihrer Gesamtheit abbild- und bewertbar. Das ist vor allem vor dem Hintergrund komplexer Produktionsnetzwerke mit all ihren Zulieferketten bzw. Supply Chains der Fall. Eine Vielzahl weiterer und nicht weniger komplexer Sachverhalte müsste bei einem belastbaren Business Case berücksichtigt werden (bspw. die momentan stattfindenden maritimen Entwicklungen, die zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten hervorbringen, welche mit Bluefield Plug & Produce kombinierbar sind).

Bluefield Plug & Produce wird daher als langfristig angestrebtes Ziel angesehen und sollte beibehalten werden. Maritime Marktentwicklungen begünstigen das Konzept. Darüber hinaus verlangen zahlreiche terrestrische und maritime Technologien nach modularen Grundflächen auf dem Wasser. Die Realisierung von Bluefield Plug & Produce rückt dadurch näher. Mit dem 21. Jahrhundert beginnt ein maritimes Zeitalter.

„You can never cross the ocean unless you have the courage to lose sight of the shore.“

Cristoforo Colombo

Quellen für Interessierte (Auszug)

Böttcher, J. (Hrsg.) (2013) Handbuch Offshore Windenergie – Rechtliche, technische und wirtschaftliche Aspekte. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Hrsg.) (2011) Nationaler Masterplan Maritime Technologien (NMMT): Deutschland, Hochtechnologie-Standort für maritime Technologien zur nachhaltigen Nutzung der Meere. München: PRpetuum.

Demirbilek, Z. (Hrsg.) (1989) Tension Leg Platform: A State of the Art Review. New York: ASCE Publications.

Faltinsen, O. (1993) Sea Loads on Ships and Offshore Structures. Cambridge: Cambridge University Press.

Sredic, V. (2011a) Nutzflächen-Schwimmplattform und Schwimmelemente zu deren Herstellung.

Sredic, V. (2011b) ‘Ganzheitliche Wertschöpfung und unbegrenzte Wandlungsfähigkeit durch „Bluefield Plug & Produce”: Konzept für einen universell einsetzbaren modularen und mobilen Industriebau’, in VDI Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.) wt Werkstattstechnik online. Düsseldorf: Springer VDI, S. 194-199.

Sredic, V. (2012a) Nutzflächen-Schwimmplattform und Schwimmelemente zu deren Herstellung.

Sredic, V. (2012b) Maritime area platform.

Sredic, V. (2012c) Modulare Nutzflächenplattform.